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Presseschau III

Nur kurz zwei Leseempfehlungen zur aktuellen Anti-Terror-Debatte:

Herbert Kremp in der WELT und Kai Biermann in der ZEIT.

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Angst

Vor einigen Tagen schrieb der Ex-Verteidigungsminister und Professor für Öffentliches Recht an der Ludwig-Maximilian-Universität zu München, Rupert Scholz, eine Apologie auf Wolfgang Schäuble, die er mit „Der verkannte Innenminister“ betitelte. Wenn ich hier jetzt auf diesen Beitrag Bezug nehme, dann deshalb, weil ich meine, dass in ihm das, was der Psychologe Thomas Kliche das beherrschende Motiv in der ganzen Sicherheitsdiskussion nennt, nämlich die Angst, bzw. das politische Versprechen zur Beschwichtigung derselben, geradezu sinnfällig zum Ausdruck kommt. Scholz hat übrigens schon anderer Stelle, nämlich in der BILD-Zeitung, für eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr plädiert. Er fand damals wenig Resonanz, selbst Parteifreunde sahen sich genötigt, zu Scholzens Vorschlag öffentlich auf Distanz zu gehen. Diesmal dürfte er leider mehr Erfolg haben. Continue Reading »

„Es besteht für mich kein Zweifel daran, daß der Feminismus der Versuch ist, als weibliche Gegenreaktion auf die Demokratie, in neuer Form das für die europäische, westliche Zivilisation wesentliche Ideal der Dame aufrechtzuerhalten und unter den Bedingungen der industriellen Massengesellschaft mit einem festeren Fundament zu versehen.“ (Asfa-Wossen Asserate, „Manieren“) Continue Reading »

Ich muss mich bei meinen Lesern entschuldigen, dass ich krankheitsbedingt in letzter Zeit nicht zum Bloggen gekommen bin. Es ist ja nicht so, dass einem die Themen ausgingen: ganz im Gegenteil. Einen frischen Beitrag hatte ich schon fertig, als plötzlich der Innenminister mit seinem Vorschlag dazwischenplatzte, in dem er für eine Israelisierung der deutschen Verhältnisse eintrat und die Schaffung einer Rechtsgrundlage für sog. „gezielte Tötungen“ forderte. Continue Reading »

Ich bin ansonsten ja kein großer Filmegucker, was deutsche Produktionen angeht sowieso nicht, aber heute abend, 20:40 Uhr, mache ich mal eine Ausnahme: arte, deutsch-französischer Spartenkanal, zeigt nämlich “Sophie Scholl – die letzten Tage“. Hinter dem etwas bemüht wirkenden Titel verbirgt sich der beste deutsche Film seit Jahren und einer der besten deutschen Filme überhaupt. Die klaustrophobische Atmosphäre eines totalitären Polizeistaats wird ausgesprochen glaubwürdig vermittelt und die darstellerische Leistung von Julia Jentsch ist herausragend. Der Gestapo-Ermittler Mohr, im Film düster-bedrohlich von Alexander Held porträtiert, kam übrigens nach dem Krieg in der Kurverwaltung der Stadt Bad Dürkheim unter. In den sechziger Jahren wurde er pensioniert, unter voller Anrechnung der im “Dritten Reich” geleisteten Dienstzeiten.

““Sophie Scholl: The Final Days” may sound like a history lesson, but don’t be fooled. It’s a horror film”, schrieb der NewYorker und ganz Unrecht hat er nicht. Obwohl Gewaltszenen eigentlich nicht vorkommen, wird die beklemmende strukturelle Gewalt des NS-Staates jederzeit deutlich. Allein schon deshalb verdient sich der Film meinen seltenen “Guck-Befehl”.

Weitere Kritiken finden sich hier.

Es wird zwar langsam irgendwie müßig, die täglichen Wasserstandsmeldungen zum G8-Gipfel und seine Nachbetrachtungen zu kommentieren, aber was das Bundesverteidigungsministerium diesbezüglich heute geleistet hat, schlägt dem Fass den Boden aus. Der Sprecher des Ministers läßt uns wissen, der Einsatz von Tornados der Luftwaffe über dem Camp der G8-Demonstranten in Reddelich sei eine Übung gewesen, habe der Aufklärung der Bodenbeschaffenheit gedient und sei im Rahmen der Amtshilfe(!) nach Art. 35 Abs. 1 GG erfolgt. Es handle sich um „eine Win-Win-Situation für die Polizei und für uns“. Continue Reading »

Presseschau II

Die WELT berichtet von einer neuen niederländischen Fernsehshow, in der drei Transplantationskandidaten um ein lebensrettendes Spenderorgan einer todkranken Patientin “spielen”. Per SMS sollen die Zuschauer abstimmen, wer von den dreien das Organ, es geht um eine Niere, erhalten soll. Die Sendung wird vom Trash-Hersteller Endemol produziert, von dem auch das Big-Brother-Konzept stammt. Continue Reading »